Dezember 2009
Liebe Freunde und Besucher meiner Homepage,
Vor allem, dass ihr gesund bleibt und rundum zufrieden seid!
Einen sehr herzlichen Gruß und bis zum nächsten Jahr!
Gerlinde
September 2009
Im Moment arbeite ich an der Zusammenstellung meines Vortrages den ich ab Mitte Oktober in verschiedenen Orten Deutschlands, Österreich und auch in Südtirol zeigen werde. Neben vielen anderen Terminen sind Ralf und ich oft beim Klettern im Battert und auch in den Schweizer Alpen.
K2 Expedition 2009 / 10. Bericht
Donnerstag, 6. August 2009
Liebe Freunde,
bevor ich morgen früh das Basislager verlasse, möchte ich mich noch einmal bei euch melden.
Wieder hat es nicht sollen sein mit dem Gipfel des K2. Triebschnee bis zur Brust, oberhalb vom Flaschenhals machten ein Vorwärtskommen äußerst riskant, somit war klar, wieder umkehren zu müssen.
Am 01. August war ich erst noch zeitgleich mit den Amerikanern aufgebrochen Richtung Lager II. Ich kam gut voran und spürte vor allem, dass ich noch ausreichend Kráftreserven hatte. Nach ca. 3 Std. erreichte Fabrizzio, später dann auch seine Teamkollegen ihre Zelte.
Am nächsten Morgen brach ich um ca. 8.00 Uhr auf um auf 7200 m zu gelangen. Durch den Nordwestwind waren wir an der Cesen Route gut windgeschützt. Im kleinen Zelt, dass ich mir sonst mit David teilte, hatte ich nun so viel Platz, das erwies sich als eines der wenigen positiven Dinge, wenn man alleine unterwegs ist.
Am 3. August wollte ich sehr früh aufbrechen, ich wusste, was mich erwarten würde. Hinauf auf die Schulter mit viel Spurarbeit. Ich dachte an meinem Vater, er hatte an diesem Tag Geburtstag, ein unbeschreiblich schöner Tag lag vor mir, der mir auch viel Kraft abverlangte.
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| Im Aufstieg zur Schulter schemenhaft der Gipfel des K2 © G.Kaltenbrunner |
Kurz unterhalb der Schulter machte ich eine ausgiebige Pause, trank einen Liter und wartete, bis es wieder aufriss. Nach eineinhalb Stunden kam Fabrizio. Ich stieg weiter bis zur Schulter und spürte Erleichterung, als ich das Zelt von meinen kasachischen Freunden kurz sah, bevor wieder dichte Nebelfezen die Sicht verhüllten. Es hatte also geklappt, wir trafen uns wie vereinbart auf der Schulter. Ich freute mich sehr.
Dort oben ist das Gelände so flach, dass ich nur den Schnee niedertreten musste, um eine perfekte Plattform für mein Minizelt zu haben.
Ich besprach mich mit Maksut, Vasili und Serge, wir wollten um ca. 1.00 früh aufbrechen. Mein Kocher surrte auf Hochtouren, noch einmal konnte ich mit Ralf sprechen, was mir sehr gut tat.
An Schlaf war nicht zu denken, ich ging in Gedanken den bevorstehenden Tag durch, trank was ich nur runter brachte und war voller Zuversicht, dass wir es schaffen würden. Wir hatten fast Vollmond und beim Start bittere Kälte. Mit Vasili, Sergey und Maksut wechselte ich mich beim Spuren ab. Beim Flaschenhals war Mingma ein Sherpa vom koreanischen Team vorne. Er verwendete künstl. Sauerstoff und war jetzt kaum zu bremsen. Der Schnee wuchs und kurz vor der Querung brach plötzlich über uns ein kleines Stück vom Eisserac herunter. Genau das hatte ich gefürchtet. Gott sei Dank ist nichts passiert.
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| Der mächtige Eisserac © G. Kaltenbrunner | Der Schnee wächst oberhalb vom Flaschenhals © G. Kaltenbrunner |
Oberhalb vom Flaschenhals reichte uns der Schnee bis zur Brust. Um ein paar wenige Meter vorwärts zu kommen benötigten wir eine Stunde, wir wechselten uns beim Spuren nach wenigen Metern ab, sicherten uns zusätzlich gegenseitig bis wir einsehen mussten, dass es zu gefährlich wurde. Ein wahrhaft schöner Tag, so kurz vor dem Ziel und doch wollte es nicht sein.

Tiefer Schnee oberhalb vom Flaschenhals © Santiago Quintero
Ich meldete mich bei Ralf; die Natur ist so zu akzeptieren wie sie eben ist. Wunderschön, oft unberechenbar und abweisend, das macht wahrscheinlich mitunter diese Faszination aus.
Wir gaben unser Bestes, jetzt kehrten wir um.
Auf der Schulter packte ich meine Sachen zusammen begann meinen Abstieg ins Basislager. Ich wusste, dass ich müde bin, umso mehr konzentrierte ich mich auf jeden Schritt, jeden Handgriff.
Ein wunderschöner Abend lag vor mir. Bewusst setzte ich mir Rastpunkte. Vom Aufstieg wusste ich, wo es Plätze gibt an denen ich mich hinsetzen konnte, dann nahm ich mir die Zeit zum Schauen. Die umliegenden Bergspitzen leuchteten in einem ganz besonderen Licht, keine Menschenseele weit und breit, der Vollmond war hinter dem Broad Peak aufgegangen, eine beinahe göttliche Stimmung, ich war glücklich…

Wunderschöne Abendstimmung im Abstieg © G. Kaltenbrunner
Heute Abend werden wir hier im Basislager alle gemeinsam Abendessen. Wir sind froh, dass alle gesund runter gekommen sind.
Bevor ich mich verabschiede, möchte ich einigen Menschen besonders DANKEN:
Meinem Mann Ralf, der immer für mich da war und ist, ob hier im B.C. oder später zu Hause am Telefon. Genauso meine Mitarbeiterin im Büro Kathrin Furtner.
Dr. Karl Gabl, zu dem wir Charly sagen dürfen, der rund um die Uhr für mich erreichbar war und mir immer exakt die Wetterdaten voraus sagte.
David Göttler, mein Teamkollege bis vor meinem zweiten Versuch, mit dem ich perfekt zusammen arbeitete und ein richtig gutes Team ergab.
Meinem Küchenteam, ohne die ich wahrscheinlich nicht mehr die Kraft besessen hätte, noch einen zweiten Versuch zu starten.
Euch allen vielen Dank, dass ihr mich in Gedanken unterstützt habt, für die vielen positiven Zeilen dir mir im richtigen Moment Kraft gaben.
An meine Partner und Sponsoren ein großes Dankeschön für die Unterstützung und das Vertrauen in mich.
Ich wünsche euch allen einen angenehmen, unfallfreien Sommer und sende euch sehr herzliche Grüße, noch aus dem Basislager
Eure Gerlinde Kaltenbrunner
K2 Expedition 2009 / 9. Bericht - 5. update
Dienstag 4. August 2009
Ende gut, alles gut!
Gerlinde ist um kurz vor 24:00 Uhr pak. Ortszeit gut im Basislager angekommen.
Ihr Heimat-Team freut sich sehr, dass sie gut zurück ist. Sie wird sich morgen melden.
Beste Grüße,
Kathrin Furtner und Ralf Dujmovits
K2 Expedition 2009 / 9. Bericht - 4. update, Teil IV
Dienstag 4. August 2009 - 16.45 Uhr
Nur eine kurze Zwischenmeldung: Gerlinde hat sich gerade aus Lager II auf 6350 m gemeldet bevor sich der Akku ihres Satelliten-Telefons verabschiedet hat. Sie ist gut auf 6350 m angekommen, wird jetzt eine Pause einlegen und dann evtl. noch ganz ins Basislager absteigen.
Einen herzlichen Gruß und einen schönen Abend,
Ralf Dujmovits
K2 Expedition 2009 / 9. Bericht - 4. update, Teil III
Dienstag 4. August 2009 - 12.30 Uhr
Leider hat es wieder nicht sollen sein! Gerlinde ist im Abstieg.
Letztlich war sie gemeinsam mit den beiden Kasachen und dem Russen im brusttiefen Schnee stecken geblieben und nicht mehr vorwärts gekommen. Die fortgeschrittene Zeit hat sein Übriges dazu gegeben und so mussten die vier letztlich bei schönstem Wetter den Abstieg antreten. Um kurz nach 16:00 Uhr Ortszeit hat sich Gerlinde nochmals gemeldet: äußerst angestrengt, etwas traurig und gleichzeitig glücklich über diesen wunderschönen, von Dr. Karl Gabl in Innsbruck perfekt vorher gesagten Tag. Alle haben ihr bestes gegeben, die Natur war und ist einfach stärker gewesen und das muss man akzeptieren können. Es soll wohl dieses Jahr mit einer Besteigung einfach nicht sein.
Schon während des Aufstieg durch den Flaschenhals war links der Bergsteiger ein Eisstück des überhängenden Seracs abgebrochen, krachend in die Tiefe gestürzt und hatte alle heftig verschreckt. In der Querung nach links wurde der Triebschnee dann immer tiefer und letztlich hat hinzukommender Schwimmschnee das Vorwärtskommen verunmöglicht.
Die beiden Kasachen haben Gerlinde zu Beginn des Abstiegs gefragt, ob sie nicht noch mal auf der Schulter (auf fast 8000m) übernachten möchte und morgen mit Ihnen einen weiteren Aufstiegsversuch unternehmen möchte, - was aber Gerlinde vernünftigerweise abgelehnt hat. Nachdem sie Ende Mai auf dem Lhotse stand, jetzt zwei mal auf ca. 8300 m war, wäre die Chance sich mit dem stark eingedickten Blut evtl. eine Thrombose oder gar Schlimmeres einzuhandeln einfach zu groß.
Im Laufe des Nachmittags wird Gerlinde noch ein Stück weit über die Cesen-Route alleine absteigen und evtl. am Platz von Lager III oder Lager II übernachten. Ich habe sie gebeten, kein unnötiges Risiko in Kauf zu nehmen und tatsächlich vor dem letzten Abstieg nochmals auszurasten.
| Gerlinde auf der Schulter - über ihr der überhängende Serac © D.Goettler |
Sobald mich Gerlinde vom Abstieg an sicherer Stelle per Satelliten-Telefon erreicht,
werde ich hier nochmals einige Zeilen vermerken.
Zunächst wieder beste, etwas entspanntere Grüße,
Ralf Dujmovits
K2 Expedition 2009 / 9. Bericht - 4. update, Teil II
Dienstag 4. August 2009 - 11 Uhr
Vor wenigen Minuten hat sich Gerlinde gemeldet - von knapp oberhalb der Unterquerung des großen Seracs (ca. 8300 m). Gemeinsam mit dem Kasachen Vassily Pivtsov sowie einem amerikanischen Bergsteiger versucht sie derzeit im brusthohen Schwimmschnee noch vorwärts zu kommen. Es muss unglaublich anstrengend und schwierig - gleichzeitig sicher auch sehr gefährlich - sein. Die vier wollen versuchen ein Stück weit zu queren um evtl. noch bessere Schneeverhältnisse vorzufinden. Nachdem die Uhrzeit schon wieder sehr fortgeschritten ist (15:00 Uhr pak. Ortszeit) wird es natürlich auch zeitlich wieder sehr knapp. Ich habe Gerlinde deshalb eher in Richtung Umkehr versucht zu motivieren.
Derzeit sind die Kasachen/Russen am Überlegen evtl. morgen nochmals einen Versuch zu unternehmen, was aus meiner Sicht mit der langen Aufenthaltsdauer auf über 8000 m sehr gefährlich ist.
Alle anderen zunächst mit aufsteigenden Bergsteiger darunter Gerfried Göschl und Christian Stangl aus Österreich sind bereits im Abstieg.
Ich wünsche Gerlinde von hier aus eine gute Entscheidung.
Sobald ich wieder Neuigkeiten von ihr habe melde ich mich wieder.
Mit äußerst angespannten Grüßen,
Ralf Dujmovits
K2 Expedition 2009 / 9. Bericht - 4. update, Teil I
Dienstag 4. August 2009 - 9.00 Uhr
Nach einer spannenden Nacht kann ich leider immer noch keine Nachrichten von Gerlinde vermelden. Anscheinend ist oder war es wohl anstrengender und schwieriger als erwartet unter dem großen, überhängenden Serac nach links in weniger anspruchsvolles Gelände hinauszuqueren.
Laut den Informationen von Gerfried Göschl's Homepage befinden sich ca. 9 Bergsteiger am Ende der Bottleneck-Traverse auf ca. 8250m befinden. Unter ihnen auch Gerlinde. Die Bergsteiger kämen nur sehr langsam voran. Sepp Bachmair hätte wohl umkehren müssen, nach unbestätigten Angaben von Everestnews auch Fabrizio Zangrilli und zwei seiner Kollegen.
Ich hoffe, gegen später mit Gerlinde reden zu können und würde in diesem Fall über die Neuigkeiten gleich informieren.
Beste Grüße,
Ralf Dujmovits
K2 Expedition 2009 / 9. Bericht - 3. update, Teil II
Montag 3. August 2009
Nach langem, spannenden Warten hat sich gerade eben Gerlinde wieder gemeldet: Sie hatte in den vergangenen Stunden die Schulter im teilweise tiefen Triebschnee hinaufgespurt, den eigentlichen Platz von Lager IV in der Mitte der Schulter erreicht, dort Maxut, Vassily und Serguey (s.u.) angetroffen die vom Abruzzengrat heraufgespurt hatten, ihr Zelt aufgebaut und begonnen Schnee zu schmelzen. Als 1 1/2 Stunden später auch Fabrizio ankam, half sie diesem noch eine Plattform auszuschaufeln und sein Zelt aufzubauen.
Jetzt sitzt Gerlinde guter Dinge in ihrem Zelt und trinkt, und schmilzt Schnee, und trinkt .... so viel es geht.
Im Aufstieg zum Lagerplatz hatte Gerlinde zwischen Schulter und Biwakplatz teilweise sehr schlechte bis gar keine Sicht. Glücklicherweise riss gegen später der Nebel aber auf, so dass sie letztlich den Biwakplatz der Kasachen fand. Maxut und Vassily (beide wie Gerlinde 12 8000er) kennt Gerlinde vom Nanga Parbat, wo sie vom kasachischen Team den Spitznamen "Cinderella Caterpillar" bekam. Der immer freundliche und unglaublich leistungsstarke Maxut und sein Freund Vassily waren auch parallel zu uns im vergangen Frühjahr am Lhotse unterwegs, leider ohne Erfolg. Gemeinsam werden sie Morgen früh um 00:00 Uhr in Richtung Gipfel starten.
Gerlinde ist wirklich guter Dinge für den morgigen Tag - die äußeren Bedingungen sind prima, trotz aller Anstrengung ist sie dankbar, dass ihre Kondition gut passt, die kasachischen Freunde werden ihren Teil zum guten Gelingen beitragen. Und so können wir für morgen nur fleißig alle Daumen drücken, dass Gerlinde wieder gut und gesund zurück kommt! Allen, die sie geistig unterstützen möchte sie danken und grüßt alle ganz lieb von der Schulter des K2.
In spannender Erwartung einer schlaflosen Nacht,
Ralf Dujmovits
Ältere Berichte von der K2 Expedition 2009
9. Bericht (2. Versuch) - 3. update vom 03.08.09
9. Bericht (2. Versuch) - 1. + 2. update vom 1./2.08.09
9. Bericht (2. Versuch) vom 31.07.09
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(Gesamte Berichterstattung - 1. Versuch)
8. Bericht aus dem K2 Basislager - vom 30.07.09
7. Bericht aus dem K2 Basislager - letztes update vom 26.07.09
7. Bericht aus dem K2 Basislager - 4. update vom 26.07.09
7. Bericht aus dem K2 Basislager - 3. update vom 25.07.09
7. Bericht aus dem K2 Basislager - 2. update vom 24.06.09
7. Bericht aus dem K2 Basislager - 1. update vom 23.06.09
7. Bericht aus dem K2 Basislager vom 22.06.09
5. Bericht aus dem K2 Basislager vom 12.06.09
4. Bericht aus dem K2 Basislager vom 29.06.09
3. Bericht aus dem K2 Basislager vom 24.06.09
2. Bericht aus dem K2 Basislager vom 18.06.09
1. Bericht aus dem K2 Basislager vom 12.06.09